Vom Getreidespeicher zum Blockhaus |
Am Waldesrand von Pixendorf steht ein wunderschönes, an die Umgebung angepaßtes, altes Blockhaus, welches früher als Getreidespeicher genutzt wurde. In mühevoller Arbeit wurde dieses von einem Bauernhof in der Buckligen Welt abgetragen. Die Teile wurden vor dem Abbau genau nummeriert und sorgfältig zerlegt. Behutsam wurden die Stämme auf den Lastwagen geschlichtet, um die Holznägel und Vorköpfe zu schützen. Nach der Lagerung wurde mit den Vorarbeiten begonnen. Natürlich sind die schlechten abgewitterten Teile durch besseres Holz ersetzt, musste aber in etwa dem gleichen Alter der anderen Stämme entsprechen, da sonst Unterschiede in der Struktur und Maserung des Holzes zu sehen gewesen wäre. In alter Handwerkskunst der damaligen Holzbauer wurde das Haus errichtet und beim Wiederaufbau auf die neuen Gegebenheiten, wie Installationen und Innenauskleidung Rücksicht genommen. Ein langersehnter Wunsch des Holzbaues in alter Tradition ist entstanden. Einblicke in die alte Handwerkskunst Fast auf jedem Bauernhof stand einst ein "Troadkasten". Dieser hatte eine wichtige Funktion am Bauernhof, schliesslich lagerten hier die über das Jahr erwirtschafteten, lebensnotwendigen Erzeugnisse. An der Decke des Obergeschosses war eine "Brotleiter" sowie die "Fleisch-Schnoaß´n" angebracht. Dieses aus dünnen Holzstangen angefertigte Gerüst diente zum Aufbewahren von Brot, Speck und Selchfleisch, das vor Mäusen geschützt, in dem kühlen Raum lange frisch blieb. Während Wände, Boden und Decken dicht abgeschlossen waren, strömte durch das engmaschige Gitter der kleinen Fensterlucken ständig frische Luft. Als Speicher für Getreide, Mehl, Wolle und Leinen bedurfte der Raum eines besonderen Schutzes. So sind auch Getreidekästen oft mit alten Namens- und Segenszeichen sowie Jahreszahlen ausgeschmückt. Zur Abwehr von Unheil und Diebstahl nagelten Bauern nach altem Brauch auch Bock- und Widderhörner oder Hexenbesen und Greifvögel über die Kastentür. Einen Troadkasten aufzubrechen galt in früherer Zeit als besonderes Verbrechen, wurde hart bestraft und brachte dem Dieb nach Volksmeinung Unglück und Verderb. In Harmonie mit der Landschaft. Im bäuerlichen Bauwesen waren hauptsächlich die Bauarten des Blockhauses und des Ständerbaues gebräuchlich. Beim Blockbau bildeten übereinanderliegende Rund- oder Kanthölzer die Wände, die an den Ecken durch "Kopfschrot" oder "Schließschrot" verbunden und verzinkt wurden. Zur Stabilisierung der Holzwände verwendeten die Erbauer Holzdübel. Die für den Bau erforderlichen Kanthölzer hackten die Handwerker mit großem Geschick aus, sodaß beim "Schließen" der Wände möglichst wenig Fugen entstanden. War eine Fugenbildung durch die Beschaffenheit der Stämme unvermeidbar, so stopfte man diese mit Moos aus. Um Kontakt mit der Erdfeuchtigkeit zu vermeiden, lag der unterste Kranz der Holzkonstruktion vielfach auf einer aus Steinen errichteten Trockenmauer. Die oft in schmuckvollster Weise angefertigten Balkone gaben Zeugnis von Sorgfalt und Können der Zimmerleute in früher Zeit. Sie beweisen aber auch eine bewundernswerte Technik in der frühen Holzverarbeitung. Schwierige Ausschnitte bei Verzierungen, wie etwa Balkonbretter, sind bei alten Blockhäusern in der Regel in einer Weise vorgenommen, die den Eigenschaften des Holzes entspricht. Gut verstanden es einst Bauern die Schindeln beim Eindecken so anzuordnen, daß Klüfte der unteren Schindelreihe von der nachfolgenden Reihe schuppenartig überdeckt wurde. Zuerst stellte sich die Aufgabe, geeignete Bäume auszusuchen. Für die Schindelerzeugung waren möglichst geradwüchsige, astreine Bäume notwendig. Bei der Auswahl der richtigen Dachbäume schlugen die Dachbaumsucher am Wurzelanlauf oder Stamm mit der Hacke eine kleine Kerbe und zogen diese ein Stück entlang des Baumes um eine gute Spaltbarkeit festzustellen. Von den ausgesuchten Bäumen schnitten die Schindelmacher mehrere Museln, sogenannte Stammteile in Holzklötze mit einer Länge von etwa 80 cm für das Legschindeldach oder 50 cm für das Schardach ab. Aus den halbierten und geviertelten Museln klob man sogenannte Dreilinge und mit der Kletzhacke und dem Kletzschlögel die Schindeln. Meist verlief die Spaltrichtung vom Außenrand zum Kern hin. Mit dem Reifmesser wurden die gehackten Schindeln auf der "Hoanzlbank" geputzt und "gespranzt". Quelle: Winterholz von Walter Mooslechner
Der Eigentümer dieses schmucken Hauses feierte seinen |