Bis zur Einführung der Motorsäge bestand das Arbeitszeug aus einer Zugsäge, einer schmalen Stockhacke, der breiteren Putzhacke, Sappel, Schepser, Schindler, Keilen und einigen Pflege- und Instandsetzungswerkzeugen.
Die Verpflegung
für die Arbeitswoche war in einer mäusesicheren Holztruhe verstaut. Nicht fehlen durften entsprechende Bekleidung für exteme Witterungsverhältnisse sowie Decken zum Schlafen. Eine Holzknechtpartie, die sogenannte "Paß" bestand gewöhnlich aus vier Mann.
Die Arbeitsvorgänge gliederten sich in Schlägerung, Entastung, Entrindung und Bringung. Zwei Arbeiter waren mit dem Umschneiden und Absägen, also mit dem Durchschneiden der Stämme geschäftigt. Ein Mann war beim "Spatzen" dem Entasten im Einsatz, ein weiterer putzte mit der Hacke das Bundholz glatt und entrindete die abgelängten Stämme mit dem dafür bestimmten Werkzeug, dem "Schepser". Eine spezielle Art der Rindengewinnung war das "Schinden".
Damit man mit dem Schindeisen besser greifen konnte, wurde dem Holzbloch der Länge nach ein schmaler Rindenstreifen abgezogen und die Rinde nun vorsichtig in möglichst großen Stücken entfernt. dies war nur zur stärkeren Saftzeit im Frühling bis Frühsommer möglich. Die Rinde fand unter anderm bei der Gewinnung von Gerbsäure Verwendung.
Auch zur Bedachung der "Lohhütte", den ältesten Behausungen der Waldarbeiter, war die Rinde unentbehrlich. Unter einer Lohhütte muß man sich ein mit Rindenteilen umkleidetes, zeltartiges Stangengerüst, ähnlich dem Wohnbau der früheren Steinzeit, vorstellen. Die Rindenflecken schützten vor Wind und Wetter.
Aus dem Buch Winterholz 9. Auflage von Walter Mooslechner
ISBN
978-3-7025-0364-2
Mit freundlicher Genehmigung
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